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Was ist eigentlich Demenz?
Ab und zu vergesslich zu sein, ist noch kein Grund an Demenz zu denken. Jedoch sind größer werdende und in kurzen Abständen auftretende Gedächtnislücken vor allem bei älteren Menschen ein Zeichen, bei einem Facharzt auf Demenz prüfen zu lassen. Denn der schleichende Verfall der Gehirnkapazitäten macht sich nach und nach im Alltag immer öfter sichtbarer und schränkt die Betroffenen sehr stark bis komplett ein!
Die Anzeichen von Demenz
Demenz - in der Mehrheit bei Menschen ab 70 Jahren auftretend - offenbart sich bei jedem Betroffenen sehr individuell. Mancher ist sehr zerstreut und unkonzentriert, andere haben Schwierigkeiten, sich im Raum zu orientieren. Besonders auffällig sind Wortfindungsstörungen und allgemein sprachliche Schwierigkeiten, die dazu führen können, dass sich Betroffene aus Scham aus dem aktiven Leben zurückziehen.
Wichtig ist: kleine Vergesslichkeiten nicht sofort in Panik als Demenz auslegen. Treten die Vergesslichkeiten jedoch gehäuft auf und beispielsweise verlegte Dinge kaum noch erinnert und wieder gefunden, sollten die Warnsignale leuchten.
Die Abstufungen der Demenz
Leichte Demenz: Erkrankte können mit vielen kleinen Helferlein wie zum Beispiel Notizzetteln das Alltagleben noch gut alleine meistern. Eine Strategie zur Überbrückung der Vergesslichkeit (durch entsprechende Hilfsmittel, die bei der Erinnerung unterstützen) hilft vielen Betroffenen und kann die Krankheit auch für die Außenwelt verbergen. Jedoch sind umfangreiche und konzentrationsfordernde Tätigkeiten nur noch eingeschränkt durchführbar.
Mittlere Demenz: Das Alltagsleben ist zunehmend problematischer, die Haushaltsführung meist nur noch mit der Unterstützung von Familienangehörigen oder Dritten möglich. Der Einsatz von Notizen wie bei der leichten Demenz ist für die Erkrankten kaum mehr realistisch und möglich.
Schwere Demenz: Nur mit Hilfe kommen Betroffene zurecht. Die kontinuierliche Betreuung ist unumgänglich und für fast alle Tätigkeiten, vom Waschen bis zum Ankleiden und sonstigen Aktivitäten des Tagesgeschehens, notwendig.
Mit Dementen kommunizieren
Vergessen Sie bitte nie, dass auch Demenzerkrankte Menschen sind, die würde- und respektvoll behandelt werden wollen und müssen. Ihre Kommunikation sollte dementsprechend offen und natürlich sein.
Die oft zu erlebende Tatsache, dass Betreuer nur noch schweigend oder mimisch mit Erkrankten "reden", ist traurige Realität. Tun Sie Ihrem Angehören den Gefallen und nutzen Sie weiterhin den Weg der klingenden Worte.
Die beste Zeit, mit Demenzkranken zu reden, ist der Vormittag.
Hier besteht die höchste Energie und Aufmerksamkeit! Sollten Sie Ihren Angehörigen nicht verstehen, versuchen Sie sich an seine "frühere Sprache" zu erinnern. Sprach er oder sie vermehrt im Dialekt? Können Sie dies für Sie eventuell zu Nutze machen? Wenn das nichts hilft, greifen Sie auf Übersetzer zurück. Dies können all die Menschen sein, die sehr engen Kontakt zum Demenzkranken vor der Erkrankung hatten und wissen, mit welchen Worten, Dialekt oder Sprachklang er oder sie zu erreichen ist.
Behandeln Sie Demenzerkrankte immer mit Respekt!
Reden Sie daher nie über ihn oder sie, sondern immer auch mit ihm, wenn Sie gemeinsam in einem Raum sind. Selbst wenn es um wichtige Entscheidungen für den Betroffenen geht, sollte er/sie das Gefühl bekommen, dabei und somit auch nicht entmündigt zu sein.
Beobachten Sie Demenzkranke!
Achten Sie dabei auf Gefühlsäußerungen, seien sie auch noch so klein. So können Sie im Dialog auf ihn/sie eingehen und ebenso gefühlsbetont antworten. Warme Worte sind dabei erfolgreicher als kühle Fachbegriffe, die nicht mehr verstanden werden. Nehmen Sie also als Mensch ernst und überfordern Sie nicht.
Auch Gesten und Bewegungen sind gute Möglichkeiten zur Kommunikation. Sanfte Berührungen zeigen, ich bin bei Dir, du bist nicht allein. Bewahren Sie aber gebotene Grenzen bei Berührungen. Nicht jeder mag es, ständig im Gesicht angefasst werden.
Wichtig bei der Kommunikation: Zeigen Sie sich immer! Sitzen Sie bitte nie verdeckt oder hinter dem Betroffenen. Nur so kann er/sie im Blickkontakt zu und mit Ihnen Kommunikation aufbauen und am Leben, das sich im wahrsten Sinne des Wortes ?vor ihm/ihr abspielt? teilnehmen.
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